Astronomie im Allgemeinen

Alles (m)eine Ansichtssache

Herzlich willkommen in der Welt der Astronomie

Habt Ihr Euch schon mal gefragt, "Wem gehört denn eigentlich das Weltall"? Ich meine, es gehört JEDEM, der sich aufmacht es für sich zu entdecken! Sich SELBST als einen Teil des unermesslich grossen Universums zu sehen und zu verstehen ist ein wichtiger Schritt auf dieser Reise. Und wer mit Hilfe der Astronomie beginnt, die Wunder des Nachthimmels auf eigene Faust zu entdecken, ist nicht mehr weit entfernt von der STAUNEN - LERNEN - TEILEN Erfahrung. Allen Skeptikern sei gesagt: "Wer einen Dachschaden hat, hat eine bessere Sicht auf die Sterne". Aber das nur mal am Rande bemerkt.

Warum ich mich mit Astronomie beschäftige?

Über diese Frage habe ich schon oft nachgedacht. Meine Gründe sind dabei so vielfältig, wie die Astronomie selbst.

Faszination Licht

Licht ist DER Informationsträger der Astronomie. Das Licht ferner Objekte im All zu sammeln, ist ein unglaublicher Vorgang. Vorallem wenn ich weiss, dass dieses Licht nicht selten viele tausend oder gar millionen Jahre durchs All unterwegs war. Im besten Fall gelingt es mir, dieses Licht mit Hilfe meiner Werkzeuge zu Bildern zusammenzusetzen, um sie mit anderen Menschen zu teilen. In der Astronomie versteht man unter dem Begriff "Licht" übrigens den gesamte Wellenlängenbereich an elektromagnetischer Strahlung. Das für uns Menschen sichtbare Lichtspektrum ist davon nur ein schmaler Bereich.

Ganzheitliches Erleben

Astronomie ist für mich Teilnahme an einem ganzheitlichen Erlebnis. Wer schon einmal eine aussergewöhnliche Nacht unterm Sternenhimmel erlebt hat, wird vielleicht verstehen was ich meine. Wobei der Begriff "aussergewöhnlich" per se subjektiv ist. Mein Erlebnishorizont unter einem tollen Sternenhimmel reicht von Aufregung, Vorfreude, Fiebern und Euphorie bis hin zu einer Art von Ergriffenheit, die ich manchmal noch nicht einmal verstehe. Aber auch Erfahrungen wie, geerdet zu werden, in stiller Bewunderung verweilen, den Moment geniessen gehören dazu. Wenn ich am Ende einer guten Nacht das Equipment abbaue und wieder hineingehe oder heimfahre erfüllt mich eine grosse innere Ruhe und Befriedigung. Um in Einklang mit dem Universum zu kommen muss man es berühren und sich davon berühren lassen.

Herausforderungen

Astronomie stellt mich immer wieder vor neue Herausforderungen. Meine durch irdische Erfahrungen begrenzte Sicht- und Denkweise zu überwinden, um mich auf abstrakte astronomische Dimensionen einlassen zu können, ist zum Beispiel eine solche Herausforderung. Erst durch den Wechsel der Perspektive wird das Unvorstellbare vorstellbar.

Auch das Erlernen mit neuer Technik umzugehen ist eine grosse Herausforderdung. Die rapide Digitalisierung unserer Welt macht sich auch in der Amateurastronomie bemerkbar. Die weltweite Vernetzung sowie fallende Kosten in der Computerwelt, der Welt der Optiken und der Kameras, lassen auf amateurastronomischer Ebene Beobachtungen und photographische Abbildungen zu, die vor wenigen Jahrzehnten nur den grossen Observatorien vorbehalten waren. Die grossartigen Webseiten zahlreicher Astrophotographen mit ihrer ambitionierten Arbeit belegen dies eindrücklich. Auch daran möchte ich teilnehmen.

In der Natur, mit der Natur

Astronomie findet naturgemäss viel in der Natur und mit der Natur statt. Das zyklische Erscheinen von Sternbildern, ihrer Sterne und den Planeten am Nachthimmel, ist mir wie ein freudiges Wiedersehen mit alten Freunden. Im Wechsel der Jahreszeiten verschwinden diese im Westen, um Monate später am östlichen Horizont wieder aufzugehen. Beruhigend, dass es in unserer schnelllebigen Zeit diese zuverlässigen Konstanten gibt. Sobald mein Equipment aufgebaut ist und halbwegs gut läuft, beginnt für mich die Phase der Entspannung. Anders als so mancher Remote-Sternwartler bleibe ich gerne draussen im Freien - Lehne mich in meinen Campingstuhl zurück, nuckel an der Tee- oder Kaffeetasse und gönn mir ein Zigarettchen.

Während ich das langsame Wandern der Himmelskörper über mir beobachte komme ich langsam zu mir. Die Hektik des Alltags fällt von mir ab. Ich entschleunige und erde mich. Meine Gedanken werden klar und mein Bewusstsein um meine eigene Existenz innerhalb der gewaltigen kosmischen Gezeitenströme macht scheinbar grosse Alltagsprobleme plötzlich ganz klein. Demut erfasst mich. In diesen besonderen Momenten nächtlicher Stille lasse ich gerne einen religionsfreien Glauben an eine "Schöpfung" zu und verstehe mich selbst als ein Teil davon.

Soziale Komponente

Astronomie zwingt aber niemanden zur Einsamkeit oder zur Meditation. Die weltweite Community der amateurastronomisch Aktiven ist riesig. Die Fülle an Plattformen, Foren, Galerien, Shops und Sternwarten ist immens. Vom Einsteiger bis zum Profi, hier muss keiner seiner Leidenschaft alleine nachgehen. Viele Gründe für mich, meinen seit Kindheitstagen gehegten Wunsch vom eigenen Teleskop umzusetzen und ins Abenteuer Astronomie zu starten.

(M)ein Dilemma

Mit zunehmender Erfahrung steigt auch die Erwartungshaltung. Der Reiz des ersten Mals beginnt zu verblassen. Irgendwann entwickelte auch ich den Wunsch, meine Seherlebnisse und Eindrücke mit anderen zu teilen. Der Einstieg in das komplexe Thema Astrophotographie war die logische Konsequenz. Und hier beginnt (m)ein Dilemma. Das subjektive Seherlebnis meiner Beobachtung weicht einem objektiv bewertbaren Bildergebnis. Damit beginnt das Vergleichen mit den Ergebnissen anderer.

Ich zähle mich nicht zu den Menschen mit übertriebenem sportlichen Ehrgeiz in jeder Sache. Aber eine ungeduldige Seele, die schnell nach mehr verlangt, wohnt zweifelsfrei auch mir inne. Daraus folgte, dass ich schnell anfing der besseren Optik, Montierung, Kamera und Methodik zur Bildbearbeitung hinterher zu jagen. Der Wunsch nach besseren Bildern wird schnell zur Obsession! Blöd nur, dass meine derzeitig hohe Kaufkraft nicht aus angeborenem Reichtum, sondern, wie wohl bei Millionen anderen auch, aus sehr fordernder Arbeitsleistung stammt. Folglich bleibt oft wenig Zeit und manchmal auch Lust, um die mittlerweile sehr rar gewordenen klaren Sternennächte nutzen zu können. Ungeduld ist kein guter Partner des Astronomen.

Bevor meine hohen Erwartungen an meine photographischen Arbeiten mir den Spass an der Astronomie verderben konnten, musste ich erst mal ein paar Gänge runterschalten. Ob ich mich in Zukunft doch noch für den Bau einer Gartensternwarte entscheide, oder ob ich lieber mobil im Einsatz bleibe, weiss ich aktuell noch nicht. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass es dem Sternenhimmel über meinem Kopf ohnehin egal ist, wie und in welcher Weise er von mir bewundert wird.